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21. Juni 2020 – Überblick: Kunst und Friedhof

Sa. 21.06. | 12.00 (bleibt digital verfügbar)
Kunst umgehen: Überblick
Überblicksführung
Kunst und Friedhof

Friedhöfe sind zugleich Orte des Gedenkens und Orte der Kontemplation. Zumeist sind sie außerdem Orte der Ästhetik, nicht nur wegen ihrer großen Dichte an Skulpturen. Der Stadtfriedhof Engesohde zählt zu den ältesten Hannovers. Dort befinden sich unter vielen anderen die Grabstätten von Kurt Schwitters, Georg Friedrich Laves und Dieter Oesterlen. Doch er ist auch mit Erinnerungen an zeitgenössische Kunstprojekte verbunden, die dort als behutsame Interventionen stattfanden.

[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Passage
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Eine Führung von Christiane Oppermann]

Einführung

[Audio 1/16: Intro]

Der Stadtfriedhof Engesohde –
ein multifunktionaler Raum

Der (halb-)öffentliche Raum Friedhof bietet ein breites Spektrum inhaltlicher und formaler Aspekte:

Funktionale Aspekte:

Bestattungsort und ritueller Handlungsort, Gedenkstätte, Raum für religiöse Anliegen und Bedürfnisse, Ort der Umwandlung sterblicher Überreste, Ort der Ruhe und Entspannung, Naherholung, Schutzraum für Trauernde…

[Schutzraum für Trauernde]
[Video: Rundum aus der Mitte]

Kulturhistorische und ästhetische Aspekte:

Grabmalkunst, Bau-, Garten- und Landschaftschaftskunst, Stadt- und Landesgeschichte, Grabstätte als ‚Soziogramm‘, Ahnenforschung, …

[Grabstätte von Kurt Schwitters (1887 – 1948) mit stilisierter Herbstzeitlose, vom Künstler 1925 geschaffen.]
[Familien-Grab des Architekten, Bauunternehmers und Politikers Ferdinand Wallbrecht (1840 – 1905)]

Soziale und psychische Aspekte:

Denkmalschutz, Raum zur Verarbeitung der Trauer, Begegnungsstätte für Trauernde (geteiltes Leid…), Grabpflege und stiller Dialog (trostspendender Charakter) …

Planung, Gestaltung, Infrastruktur:

Ordnungssysteme, ästhetische Vorgaben, Instalthaltung, Ausbau, Vermittlung, Pflege, .. 

Ökologische Aspekte:

Grüne Lunge, Verbesserung des Stadtklimas, Ressource und Lebensraum für bedrohte Tierarten und Pflanzen

[Video: … und Süßes gibt es auch!]

Zur Geschichte des Todes

[Audio 2/16: Zur Geschichte des Todes]

Wie sehr kulturelle Prägungen unser Verhältnis zum Tod sowie unsere Bestattungskultur  bestimmen, zeigt der Dokumentarfilm Nice Places To Die von Bernd Schaarmann und Heike Fink. Schaarmann, selbst Sohn eines Bestatters, filmt Menschen auf drei Kontinenten, die auf Friedhöfen leben oder gar ihre Toten zeitweise bei sich zu Hause beherbergen. Was passiert mit diesen Menschen? Sind sie anders als wir oder gleichen sie uns? Könnten wir neben Toten wohnen, wenn wir müssten? Fördert der hautnahe Kontakt mit den Toten und das Leben auf dem Friedhof vielleicht den menschlichen Gemeinsinn und das soziale Miteinander?

Geschichte des Stadtfriedhofs Engesohde

Ausführliche Informationen zum Stadtfriedhof Engesohde, seiner Geschichte und bemerkenswerten Grabmalen finden Sie in einer Broschüre des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover, die Sie hier als PDF zum Download finden.

Das Projekt statt Blumen

[Audio 3/16: statt Blumen]
[Ein Seecontainer am Nordufer des Maschsees wurde als paralleles Projektbüro, Ort für Begleitveranstaltungen und Kommunikation des Projekts in die Stadt sowie für verschiedene Kunstaktionen genutzt. Der Raum wurde täglich für zwei bis drei Stunden geöffnet. (Foto von Raimund Zakowski)]

Das PDF der Einladungskarte enthält neben wesentlichen Daten zum Projekt und den Förderern auch einen Friedhofsplan, der die Verteilung der Projekte auf dem Friedhof deutlich macht. Die Zahlen, die in den folgenden Bildunterschriften in Klammern hinter den Künstlernamen stehen, sind identisch mit dem Plan im Flyer, falls Sie den Standort einzelner Arbeiten nachvollziehen möchten.

[Einladungsflyer des Projekts statt Blumen von 1999 – Seite 1]
[Einladungsflyer des Projekts statt Blumen von 1999 – Seite 2]
[Audio 4/16: Emy Brenneke und Michael Kiener: Passage (16)
– Aktion zur Eröffnung]
[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Passage (16)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Passage (16)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Passage (16)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 5/16: Magda Jarzabek: o. T. (Baumstämme) (10)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Magda Jarzabek: o. T. (Baumstämme) (10)
(Foto von Magda Jarzabek)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Magda Jarzabek: o. T. (Baumstämme) (10)
(Foto von Magda Jarzabek)]
[Audio 6/16: Magda Jarzabek: o. T. (Himmel) (14)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Magda Jarzabek: o. T. (Himmel) (14)
(Foto von Magda Jarzabek)]
[Audio 7/16: Alexander Steig: Über-Wachen (12)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Alexander Steig: Über-Wachen (12)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Alexander Steig: Über-Wachen (12)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 8/16: Michael Kiener: Zirkel (13)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Michael Kiener: Zirkel (13)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Michael Kiener: Zirkel (13)
(Foto von Raimund Zakowski)]

Peter Schmidt: Zeittakt (9)
Peter Schmidt setzte seine luftige Installation Zeittakt bewusst in einen Schattenbereich des Friedhofs. Gasgefüllte Luftballons, an Sekundenzeigern gleicher Uhren montiert, bewegten sich pulsierend im Kreis oder beeinflussten bei Wind die Drehgeschwindigkeit und Drehrichtung der Zeiger. Mögliche Assoziationen zur Arbeit sind z. B.: gegen die Zeit ankämpfen; in/mit der Zeit gehen; Versuch, die Zeit anzuhalten; am seidenen Faden hängen; meine Uhr läuft ab; im gleichen Rhythmus ticken …

[Projekt statt Blumen 1999 – Peter Schmidt: Zeittakt (9)
(Foto von Raimund Zakowski)]

Peter Schmidt: o. T. (7)
Seine zweite Installation realisierte Peter Schmidt in einem leerstehenden Mausoleum. Er modifizierte dazu acht Grablichter, die jeweils ein Bild einer unbekannten Person an die Wand projizierten. Dabei waren die Grablichter mit den acht Personalpronomen versehen.

[Projekt statt Blumen 1999 – Peter Schmidt: o. T. (10)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 9/16: Anna Grunemann: bewegt (4)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Anna Grunemann: bewegt (4)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Anna Grunemann: bewegt (4)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 10/16: Marion Bock: himmel und hölle: playstations (6)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Marion Bock: himmel und hölle: playstations (6)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Marion Bock: himmel und hölle: playstations (6)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 11/16: Kerstin Vorwerk: in Augen (5)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Kerstin Vorwerk: in Augen (5)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Kerstin Vorwerk: in Augen (5)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 12/16: Alexander Sascha Malyi (Ukraine): Denkmal-positiv (1)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Alexander Sascha Malyi (Ukraine): Denkmal-positiv (1)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 13/16: Karl Jóhann Jónsson (Island): Ferd (dt.: Reise) (2)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Karl Jóhann Jónsson (Island): Ferd (dt.: Reise) (2)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 14/16: Jürgen Witte: Stätte der Heiserkeit (3)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Jürgen Witte: Stätte der Heiserkeit (3)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Jürgen Witte: Stätte der Heiserkeit (3)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 15/16: Emy Brenneke und Michael Kiener: Über das Erinnnern (8)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Über das Erinnnern (8)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Über das Erinnnern (8)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Emy Brenneke und Michael Kiener: Über das Erinnnern (8)
(Foto von Emy Brenneke)]

Sigi Grunwald: Fürchte dich nicht (11)
Sigi Grunwald recherchierte zum Thema Engel und produzierte insgesamt 36 Engelkissen analog zur Größe sogenannter Kissensteine. Die aus verschiedenen Epochen und unterschiedlichen Kulturen stammenden Engel stehen dabei auch für unterschiedliche Auffassungen und Vorstellungen. Sie sind Boten, Schutzpatrone, Personifizierungen unfassbarer Mächte, Vermittler zwischen Jenseits (Götter/Geister) und Diesseits (Realität), Mittlerwesen zwischen Gott und Mensch, Liebesboten (Eros), Vermittler von Lebenskraft, Todesengel, gefallene Engel, Paradies- und Grabwächter, Schutzengel als seelischer Doppelgänger …

[Projekt statt Blumen 1999 – Sigi Grunwald: Fürchte dich nicht (11)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Projekt statt Blumen 1999 – Sigi Grunwald: Fürchte dich nicht (11)
(Foto von Raimund Zakowski)]
[Audio 16/16: Abschließende Gedanken und Auf Wiederhören]

Und jetzt noch viel Spaß mit einigen Impressionen des Stadtfriedhofs Engesohde…

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