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5. Juli 2020 – Sculpture Transfer: in between von Hans Breder

So. 05.07. | 12.00 (bleibt digital verfügbar)
Kunst umgehen: Sculpture Transfer
Performative Eingriffe für Entdecker
in between von Hans Breder

Anna Grunemann und Christiane Oppermann agieren in diesem Format nicht nur als Vermittlerinnen, sondern auch als Performerinnen. Mit Hans Breders Plastik in between im Maschpark nähern sie sich einem weiteren Objekt, das im Rahmen des Experiments Straßenkunst in den Stadtraum fand – im Jahr 1971 noch als Außenobjekt Hannover. Nachdem es zum Opfer von Korrosion und Vandalismus geworden war, schuf der Künstler 2002 eine Neufassung in deutlich veränderter Form.

[Eine Veranstaltung von AG&CO
(hier 2019 beim Sculpture Transfer zu Ägäis von Toni Stadler, 1964)]

Vorbemerkung:
Der Sculpture Transfer an der Arbeit in between fand unter größter Vorsicht gegenüber der empfindlichen Patina des Corten-Stahls statt. Es wurden keine Spuren hinterlassende Gegenstände benutzt. Die Punkte wunden temporär mit Magneten befestigt und waren so rückstandslos zu entfernen. Bei unseren Sculpture Transfers hat die Unversehrtheit der künstlerischen Arbeit höchste Priorität.
AG&CO

[Hans Breder: in between, Hannover, 1971 als Außenobjekt Hannover platziert, 2002 vom Künstler neu geschaffen und betitelt]

Hans Breder (1935 – 2017) studierte Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und erhielt 1964 von der Studienstiftung des deutschen Volkes ein Auslandsstudium. Die Administratoren wollten ihn nach Paris schicken, was er jedoch verweigerte: „Paris ist tot. Ich muss nach New York gehen.“ In New York City angekommen, arbeitete Breder neben dem Studium als Assistent bei George Rickey. Um eine Position gegen eine zunehmende Spezialisierung und begrenzte interdisziplinäre Erfahrung zu schaffen, konzipierte Breder 1968 das weltweit erste Intermedia-Programm an der Universität Iowa. Bis 2000 erforschte er dort die Grenzräume zwischen Kunstpraktiken und intellektuellen Disziplinen. Zu seinen Student*innen zählten unter anderem die  bekannte Performance-Künstlerin Ana Mendieta (später verheiratet mit Carl Andrè) und der Künstler Charles Ray.

[Video: in between: Klangkörper in der Stadt]
[Markierung und Revisualisierung]
(Dieses und alle weiteren Fotos bis zur Abschlussgalerie: Luzie Grunemann)
[Audio: analog digital]
[Audio: Breder früher heute]

Die Plastik in between entstand ursprünglich 1971 unter dem Titel Außenobjekt Hannover als Teil des Straßenkunstprogramms. Die zunächst auf dem Theodor-Lessing-Platz positionierte Skulptur bestand aus drei verschieden, von mehreren polierter Edelstahlplatten durchbrochenen, Stahl-Quadern. 1973 wurde die Skulptur in den Maschpark versetzt. Starke Korrosion und wiederholter Vandalismus brachten Breder dazu, 2002 eine Neufassung mit dem Titel in between zu schaffen. Diese besitzt eine deutlich veränderte Form und verzichtet auf den Einsatz spiegelnder Edelstahlplatten. Durch ihre winklige, richtungswechselnde Form ist sie zudem deutlich raumgreifender. Diese unterschiedlich ausgerichteten Schenkel lehnen sich an die Spiegelungen des Vorgängers an. Die Plastik wirkt sehr konzentriert und ruhig, gleichwohl sich die Linien und Ebenen in die Umgebung fortsetzen. Durch ihre Positionierung verbindet sie zudem das städtische Umfeld mit der Natur im Park.

[Audio: Passant]
[Video: Spiegeln]
[Audio: Breder und Spiegel]
[Audio: Körper und Malerei]
[Video: Abbausound]
[Audio: Dürfen die das?]
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