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6. Juni 2021 – Kurzbetrachtung: too much is not enough

So. 06.06. | ab 12.00 (bleibt digital verfügbar)
Kunst umgehen: Kurzbetrachtung
von Christiane Oppermann

Die Kurzbetrachtungen sind ein neues Format bei Kunst umgehen: Jeweils ein Mitglied des Vermittlungsteams lässt Sie teilhaben an Ideen, Assoziationen, Neuigkeiten und Meinungen zu Kunst in öffentlichen Räumen. Hier ist öffentlicher Raum für individuelle Perspektiven nicht nur auf einzelne Objekte oder Projekte in Hannover und der Welt, sondern auch auf Bezüge, Potentiale oder Defizite.

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too much is not enough

von Christiane Oppermann

Ist das eine Frage, ein Statement, eine Prognose, ein Fakt?

Aus aktuellem Anlass gibt es heute zunächst nicht viele Worte, sondern vor allem etwas zu sehen.

Dies ist keine Kunst im öffentlichen Raum, auch wenn durchaus einige Künstler*innen analoge Strategien verwenden. Dieser und ähnliche Berge von Dingen, Gegenständen, Materialien begegnen uns alltäglich und je nach Perspektive und Interesse freuen oder ärgern wir uns. Was die Berge auch zeigen und deutlich machen: Wir leben in einem unermesslichen Überfluss und hören dennoch nicht auf, immer weiter Dinge um uns zu horten. Auch Ratgeber, die beim Ausmisten helfen sollen, füllen Regale.

Was brauchen wir zum Leben und wie viele Dinge sind nötig, um uns glücklich zu machen?

Das PAErsche Aktionslabor in Köln lädt an diesem Wochenende zur Online-Konferenz too much is not enough ein und forscht nach: Wie nutzen wir Dinge? Mit Fundstücken aus einer Wohnungseinrichtung gehen Performance-Künstler*innen in Solo/Duo-Darbietungen den Dingen auf den Grund und beleben einen Diskurs über den Gebrauch und Verbrauch von Ressourcen.

Sie können heute – am Sonntag, dem 6. Juni 2021, von 12:00-16:00 Uhr unter diesem Link live dabei sein:

[Nach Ablauf der Live-Veranstaltung werden Sie hier zeitnah den Link zu einer Dokumentation des Wochenendes finden.]

Eine mögliche Strategie, wie sich die Künstler*innen den Dingen nähern ist vielleicht diese:

„Dinge so anzusehen, als sähe man sie zum erstenmal, ist eine Methode, um an ihnen bisher unbekannte Aspekte zu entdecken. Es ist eine gewaltige und fruchtbare Methode, aber sie erfordert strenge Disziplin und und kann darum leicht misslingen. Die Disziplin besteht im Grunde in einem Vergessen, einem Ausklammern der Gewöhnung an das gesehene Ding, also aller Erfahrung und Kenntnis von dem Ding. Dies ist schwierig, weil es bekanntlich leichter ist zu lernen als zu vergessen. Aber selbst wenn diese Methode des absichtlichen Vergessens nicht gelingen sollte, so bringt ihre Anwendung doch Überraschendes zutage, und zwar tut sie das eben dank unserer Unfähigkeit, sie dizipliniert anzuwenden.“
Vilém Flusser (Klappentext von Dinge und Undinge, Phänomenologische Skizzen, Carl Hanser Verlag, München 1993)

Wie gehen die am Performance-Wochenende beteiligten Künstler*innen mit Raum um? Einige gesammelte Statements werden an dieser Stelle nach Ablauf des Wochenendes zu finden sein.

[Selina Bonelli bei ihrer Performance im Rahmen von too much is not enough am 5. Juni 2021 beim PAErsche Aktionslabor in Köln (Foto: Thomas Reul)]
[Selina Bonelli bei ihrer Performance im Rahmen von too much is not enough am 5. Juni 2021 beim PAErsche Aktionslabor in Köln (Foto: Thomas Reul)]
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