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19. September 2021 – Forum: Florian Matzner (München) – „Gegenwarten/Presences“ in Chemnitz (und andere Kunstprojekte im öffentlichen Raum)

So. 19.09. | ab 12.00
Kunst umgehen: Forum
Positionierungen und Begegnungen
†Florian Matzner (München): Gegenwarten/Presences in Chemnitz

Der Kunstwissenschaftler Florian Matzner lehrt als Professor für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste München, prägte aber auch als Kurator Diskurse um Kunst in öffentlichen Räumen. Er war unter anderem im Jahr 1997 Projektleiter der Skulptur.Projekte Münster, präsentierte 2003 in Bremen die Ausstellung No Art = No City! und leitete in den Jahren 2010, 2013 und 2016 das Projekt Emscherkunst im nördlichen Ruhrgebiet. Zuletzt kuratierte er 2020 das Public-Art-Projekt Gegenwarten/Presences im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung der Stadt Chemnitz. Matzner ist außerdem Mitglied des Bremer Landesbeirats für Kunst im öffentlichen Raum und des Münchner Programmbeirats für Kunst im öffentlichen Raum.

[Lew Kerbel: Karl-Marx-Monument, Chemnitz 1971 (Foto: Aarp65 – CC BY-SA 3.0)]
[Video 1/5: Begrüßung, Einführung, Vorstellung und Vita von Florian Matzner; Studium und Lehre von Kunstgeschichte und -wissenschaft, Verhältnis von Geschichte und Gegenwart; politischer Anspruch von Kunst im öffentlichen Raum; kann man Kunst/Kuratieren lehren/lernen?; Systemrelevanz und Zweckfreiheit; Lehrer*innenausbilung und zeitgenössische Perspektiven.]
[Video 2/5: Skulptur Projekte Münster 1997; Team, König und Lerneffekte; Zeit der Veränderungen und Brüche; mediale Entwicklungen; Globalisierung und Informationsgesellschaft; Eventisierung, Tourismusaspekte und Niedrigschwelligkeit; Kommerzialisierung; Provinz und Weltpublikum; Übertragbarkeit von Konzepten und Ideen versus Relevanz des Ortes; Überschaubarkeit und politische Strukturen; Marketingeffekt von Kunstprojekten; Aktualität und Dynamik; Kritik, starke Bilder und Provokationen; Rezeption eines Projektes in den Sozialen Medien; zeitgenössiche Künstler*innen versus aktuelle Künstler*innen; Erinnerungen an Münster 97; Diskurse und Auseinandersetzungen.]
[Video 3/5: No Art = No City in Bremen 2003; Programm für Kunst im öffentlichen Raum in Bremen; Stadtutopien; Moving The City und Standortwechsel innerhalb städtischer Kontexte; Abräumen von Kunst im öffentlichen Raum; Ewigkeitsansprüche und Dynamik von Stadtraum; Arbeit in Beiräten und Kommissionen – Strategien und Kriterien; lokale Szene und internationale Außenperspektiven; Welche Kunst braucht die Stadt?; Instrumentalisierungen; Stellenwert von Kunst in der Stadt der Zukunft; Dialog Kunst und Planung; temporär oder dauerhaft?; Mischung von Zeiträumen und Kontexten; was beliebt und übernimmt Funktionen?; Brechungen durch disziplinäre Übertragungen; lieber gute Kunst als schlechte Landschaftsarchitektur.]
[Video 4/5: Emscherkunst, Strukturwandel und Ruhrgebiet; Tradition der Internationalen Bauausstellung Emscherpark; Kunst im öffentlichen Raum für die Kulturhauptstadt RUHR.2010; gesellschaftspolitisch orientierte Perspektiven auf Kultur; Ruhrgebiet als (Industrie-)Kulturlandschaft wieder erlebbar machen, räumliche Zusammenhänge herstellen; aktive Vermittlung an ein nicht akademisches Publikum; Aufbau einer Community im nördlichen Ruhrgebiet; lokale Orientierung auf Nachbar*innen der Kunstobjekte, Tourismus zweitrangig; Kunst muss etwas in der Bevölkerung auslösen; keine Fortsetzung des Formats in den Urbanen Künsten Ruhr; internationales Bewusstsein braucht Zeit; Lokalstolz und Nachhaltigkeit; Mentalitäten.]
[Video 5/5: Gegenwarten/Presences in Chemnitz; Zielgruppe des Projektes: Jury oder Bevölkerung?; Abgrenzung von Kulturpolitik; Einwerben des Budgets bei der Kulturstiftung des Bundes; Anspruch und Konzept; lokale und historische Gegebenheiten und Ablesbarkeit in der Innenstadt; als sozialistische Vorzeigestadt geabautes Chemnitz; Verhältnis der Bevölkerung zur eigenen Stadt; Heterogenität durch Einbrechen der Westmoderne nach 1989; Einbinden lokaler Künstler*innen; Projekt in der Stadt wenig rezipiert/angenommen; Kunst im öffentlichen Raum aus der Zeit der DDR; Arbeit in Teams; Notwendigkeit vorbereitender Vermittlungsarbeit um lokaler Befremdung vorzubeugen?; Durchhalten trotz der Pandemie; Sehgewohnheiten, Abstraktion, Konzeptualität und physikalische Präsenz an „Aufführungsorten“; wie wichtig ist Kontextualisierung in der Präsentation?; innere Gegenwehr gegenüber Klischees?; Durchsetzen gegenüber der Stadtpolitik und reaktionären Parteien und deren Einmischungsversuchen; Kunst als Vertreterin von Weltoffenheit; soll Kunst im öffentlichen Raum gefallen oder provozieren?; Wiederholung/Neuauflage des Projektes, Fortsetzung der Diskussion, am Ball bleiben, den reaktionären Kräften nicht das Feld überlassen; Herausforderungen und Themen der Kunst im öffentlichen Raum in der Zukunft, Stadtstrukturen nach der Pandemie neu denken, Brüche thematisieren.]

Links:

[Kurzer Filmischer Überblick der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 zum Projekt Gegenwarten/Presences in Chemnitz.]

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Kunst im öffentlichen Raum noch nie so wichtig war wie heute.“

Florian Matzner

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